Leider gilt es in unserer heutigen Zeit als negativ, egoistisch zu sein. Man ist ein schlechter Mensch, wenn man sich selbst als die wichtigste Person in seinem Leben ansieht. Donald Trumps „America first!“ löste damals einen Aufschrei in der ganzen Welt aus und man versuchte, diese Aussage mit „…but we second!“-Videos ins Lächerliche zu ziehen. Dabei sollte es doch selbstverständlich und die wichtigste Aufgabe eines Präsidenten sein, auf sein eigenes Land, auf das Volk, das ihn zum Präsidenten gemacht hat, als allererstes zu schauen. Oder wollen Sie einen Präsidenten, dem ein anders Volk wichtiger ist, als das eigene?
Blinde Zielstrebigkeit ohne Rücksicht auf Verluste wird leider sehr oft mit Egoismus verwechselt. Es gibt Menschen, die es mit ihren Zielen maßlos übertreiben und ihre Umwelt, in der sie selbst leben, dabei völlig vergessen. Sie haben meist ein großes Hauptziel und um dieses Ziel zu erreichen, opfern sie alles um sich herum und sogar sich selbst. Doch sind diese Menschen nicht glücklich, selbst dann nicht, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. Und das Erreichen des Ziels dann eben auch nicht glücklich gemacht hat, glauben sie meist, dass das Ziel zu klein, zu unbedeutend war, um sie wirklich glücklich machen zu können. Also nehmen sie das gleiche Ziel noch einmal und machen es nur größer und das jedes Mal. Und stetig leidet ihr Umfeld aber eigentlich auch sie unter ihrer falschen „Zielstrebigkeit“.
Für die meisten sind solche Menschen das Paradebeispiel eines echten Egoisten. Und daher hat Egoismus auch einen so schlechten Ruf in der Gesellschaft.
Doch, meiner Meinung nach sind das ganz und gar nicht Egoisten. Einem Ziel, meist Reichtum, Macht oder selbst ein sportlicher Erfolg, alles andere unterzuordnen – inklusive des eigenen Lebens – hat nichts mit Egoismus und sich selbst als das Wichtigste im eigenen Leben zu sehen zu tun. Das ist einfach übertriebene Zielorientiertheit, man ordnet sich selbst seinem Ziel unter.
Der gesunde Egoist stellt sich selbst als Gesamtheit in den Mittelpunkt seines Lebens, nicht nur ein einziges Ziel. Der Egoist will, dass es ihm selbst gut geht und er glücklich ist. Und da wir Menschen soziale Wesen sind brauchen wir ein intaktes Umfeld, damit es uns wirklich gut geht. Es ist viel leichter, glücklich zu sein, wenn man von glücklichen Menschen, Tieren und Pflanzen umgeben ist. Menschen, die anderen wirklich helfen wollen, machen das aus reinem Egoismus. Sie tun es, weil es sie selbst glücklich macht, wenn sie dem anderen geholfen haben und er dadurch auch etwas glücklicher ist. Und das ist gesunder Egoismus, der ganz nebenbei auch die Welt wieder ein Stückchen besser macht…